Film: Ghost in the Shell (2017)

Veröffentlicht: 1. April 2017 in Filme

Ghost in the Shell gehört zu den Animes meiner Teenagerzeit, immer treu begleitet durch die Musik vom Wamdue Project – King of my Castle. 1989 wurde der ursprüngliche Manga von Masamune Shirow veröffentlicht und erlangte schnell einen gewissen Status, so dass auch die Umsetzung in Animeform im Jahr 1995 schlussendlich einen absoluten Kultstatus erreichte der bis heute anhielt. Gerade der erste Anime und die Geschichte dahinter wird oftmals verwendet und findet so Eingang in spätere Filme. Man munkelt sogar, dass er eine der Grundlagen des ersten Matrixteils sein soll. Nun fast 30 Jahre nach dem Manga kommt es zu einer Realverfilmung, die diesen Namen durchaus verdient – oder vielleicht doch nicht?

In der nahen Zukunft hat die Menschheit gewaltige technologische Fortschritte gemacht, aber dennoch ist Major (Scarlett Johansson) die erste ihrer Art: Sie wurde nach einem schrecklichen Unfall in einen Cyborg mit übermenschlichen Fähigkeiten verwandelt, eine perfekte Waffe im Kampf gegen gefährliche Kriminelle überall auf der Welt. Und so ist Major auch am besten geeignet, gemeinsam mit ihrer Elite-Einsatztruppe Sektion 9 den skrupellosen Cyber-Terroristen Kuze (Michael Pitt) aufzuhalten, dem es gelungen ist, sich in den Verstand von Menschen zu hacken und diese zu kontrollieren. Doch während der Jagd auf Kuze macht sie eine furchtbare Entdeckung: Die Wissenschaftler, die ihr angeblich das Leben gerettet haben, haben ihr in Wahrheit ihr Leben weggenommen. Fortan begibt sich Major auf die Suche nach den Verantwortlichen, um zu verhindern, dass andere dasselbe Schicksal erleiden müssen, und sie versucht gleichzeitig herauszufinden, wer sie vor ihrem Leben als Cyborg war…

Ich werde mich jetzt nicht in eine tiefgehende Analyse vergraben. Die Umsetzung, die grafischen Effekte und das ganze drum herum waren wirklich ein Fest. Jeder CGI Versessene hatte seine Freude an dem Film und ich glaub wirklich, dass kaum eine Szene an einem originalen Schauplatz gespielt hat, was bei einem futuristischen Werk auch kein Wunder ist. Aber leider kann der ganze Schein über das Fehlen des Inhalts nicht hinweg täuschen. Es wurden Elemente verändert und nur das bloße Gerippe (anders kann ichs nicht ausdrücken) übrig gelassen. Wann werden Filmemacher endlich lernen, dass man Inhaltsmängel nicht mit darstellerischer Leistung oder Effekten ausfüllen kann. Die Story ist bedenklich leer gemessen an den Inhalten, die vom Manga oder Anime rüberkamen. Eine Kritikerin hat es erstaunlich flüssig formuliert: „Niemals gab es einen Film mit einer derartigen Besessenheit von der menschlichen Seele, der gleichzeitig selbst von Seelenlosigkeit zeuge.“ (Angelica Jade Bastien von roberebert.com) Den Inhalt und die Story würde ich mit 4 von 10 möglichen Punkten daher noch ziemlich geschoren davon kommen lassen.

Die Darstellung wurde beherrscht von Scarlett Johansson so wie es durch die Werbung ja auch wunderbar rüberkommt. Johansson kann der Rolle zwar körperlich wie auch darstellerisch gerecht werden, man hätte sich dennoch lieber ein unverbrauchtes Gesicht gewünscht, so hätte man vielleicht auch den Erfolg des Films besser bewerten können. Man kann, denke ich, davon ausgehen, dass Ghost in the Shell auch gut vom eigenen Namen hätte leben können, man hätte keinen namenhaften Schauspieler dafür gebraucht. Generell zolle ich aber dem Cast meinen Respekt für die Leistungen und gebe 8 von 10 möglichen Punkten. 10 Punkte hätte es mit einem unverbrauchten Gesicht und einer guten Leistung des selbigen durchaus geben können.

 

Die Effekte sind im Film auf höchsten Niveau angesiedelt und kaum besser umzusetzen. Bei den Effekten kann man nichts mehr zu sagen, sie waren wirklich bravourös und eine Augenweide für jeden der Spaß an diesen Dingen hat. An dieser Stelle sind die 10 von 10 möglichen Punkten absolut gerechtfertigt.

Im Gesamten kommt es rechnerisch zu einer Note knapp über 7 von 10 möglichen Punkten. Da ich aber den inhaltlichen Mangel schwerer wiege als die darstellerische und technische Umsetzung, würde ich den Film bei 6 von 10 möglichen Punkten festhalten und jeder der mir nicht zustimmen mag, lese doch bitte vorab den Manga und schau sich die ursprüngliche Animeversion an.

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